Schlafender Kater |
Als die Frau in das so genannte Teenageralter kam, gingen ihre Eltern getrennte Wege, obwohl sie aus der Sicht der Tochter, beide dasselbe suchten, und wie füreinander gemacht waren. Die Mutter der Frau sah es anders, und der Vater fügte sich der Sicht der Mutter. Für ihn war es wichtiger, dass er lieben konnte, als sich geliebt zu fühlen. Die Mutter der Frau fühlte sich in der Ehe nicht geliebt, weil sie sich selbst nicht liebte. Genau betrachtet wusste der Mensch in der Mutter selbst nicht, was Liebe wirklich ist. Deshalb konnte die Mutter dieses Wissen - auch nicht an ihr Kind weitergeben. Als Ratgeber für die Lösung von Problemen in Liebesfragen waren die Eltern der Frau außerordentlich ungeeignet, da sie ihre eigenen Probleme nicht lösen konnten. Scheinbar mehr - als sich selbst brauchten, um miteinander glücklich zu sein. Dennoch folgte die Frau als Jugendliche dem Beispiel und Rat der Eltern, weil sie gelernt hatte, dass es so richtig war. |
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Wacher Kater
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Heute war es der Frau bewusst, dass es andere Möglichkeiten - als jene gab und gibt, die ihr als Kind und junger Mensch vermittelt wurden. Alles, was die Eltern der Frau bereits vor ihr erlebten, war nicht als Erfahrung für sie bestimmt gewesen. Sonst wäre die Frau ihre Eltern, und nicht sie selbst! Sowohl im Leben ihrer Eltern, als auch im gesamten verwandtschaftlichen Umfeld - hatte die Frau als Kind jahrelang beobachtet und gefühlt, dass der herkömmlich gelebte Gedanke der Ehe und seine gesellschaftlich bedingte Umsetzung - kein wahrhaftes Glück für das Leben zweier Menschen enthielt. Trotz der deutlichen Hinweise in ihren Beobachtungen, hatte die Frau selbst - gleich zweimal geheiratet. Nicht, weil sie dumm war – sondern, da die Frau dachte, besser machen zu können, was gar nicht erstrebenswert war. Andere Möglichkeiten der Erfüllung waren der Frau zu diesem Zeitpunkt noch nicht bekannt. Sie glaubte an eine Möglichkeit des Erfahrens einer Beziehung, die ihr jedoch in der vorgegebenen Form und mit all deren Merkmalen - nicht erreichbar war. Erst, als die Frau sich selbst von allen Gedanken und Erwartungen an Form und Ausdruck löste, war da Raum in ihrem Denken, Leben und Sein - in dem das Ersehnte sich fühlbar machen, zeigen und entwickeln konnte.
Was tue ich heute immer noch meinen Eltern nach? Was versuche ich besser zu machen, als irgendwer irgendwo?, fragte sich die Frau. ...und sie erinnerte sich an ihre eigenen Erfahrungen.
Sie hatte in ihren Beziehungen ähnliche Probleme, wie ihre Mutter in deren Beziehungen. Selten fühlte die Frau sich geliebt und akzeptiert. Selten akzeptierte die Frau sich selbst - so, wie sie war. Selten glaubte die Frau, genug für die Liebe des Anderen - getan zu haben. Zweifelte an dessen Worten so, wie sie an sich selbst zweifelte. Irgendwann erkannte die Frau jedoch, dass sie alles getan hatte, was ihr möglich war, und dafür begann die Frau, sich selbst zu lieben. Das war ein schönes und ihr bisher unbekanntes Gefühl. Es befreite die Frau von dem Zwang und Wunsch nach eines anderen Menschen Liebe. Machte sie in seltsamer Weise frei von einem Wahn, dem die Frau Jahrzehntelang schlafend gefolgt war.
Mittels der nachfolgenden Erfahrungen des Lebens wurde der Frau bewusst, dass all jenes, was sie in der Liebe eines Menschen suchte, auch in ihr selbst vorhanden war. Somit wurde der Frau ebenfalls klar, dass das Dasein des Anderen nicht darin begründet lag, dass sie sich als Mensch nicht langweilte, oder jemanden hatte, den sie umsorgen konnte sowie auch nicht, um mit ihr und für ihr selbstgewähltes Publikum, Theater zu spielen. Der Mensch in ihrem Leben, welcher die Nähe des Seins mit der Frau direkt teilte – war für sie jetzt ein Spiegel, der in ihr selbst verborgenen Welt. War die Frau als Mensch – in ihrem Denken, Fühlen und Handeln Eins, dann zeigte ihr jeder Mensch seine wahrnehmbare Einzigartigkeit. |
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Gar kein Kater...
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