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2. Februar 2011 3 02 /02 /Februar /2011 14:02
 

 

Obwohl Carmen als Kind mit Katzen aufgewachsen war und vorher nie Auffälligkeiten in Richtung Tierhaarallergien hatte, reagierte sie kurze Zeit nach der Trennung von ihrem Ehemann Hinz allergisch auf jede Begegnung mit einer Katze. Die Symptome reichten bis zu Erstickungsanfällen. Die Allergie hatte Carmen ca. 2 Jahre. Während der Teilnahme an einem Seminar in einem bis zu diesem Zeitpunkt für Carmen fremden Land, machte sie jedoch eine merkwürdige Erfahrung, deren Folgen die Katzenhaarallergie wieder vollkommen aus Carmens Leben löste.

 

 

Das Haus, in dem das Seminar stattfand, beherbergte neben den Seminarteilnehmern ebenfalls sechs Katzen. Der Raum, in dem sich die Seminarteilnehmer zu bestimmten Übungen hinlegten, war in der Nacht auch der Schlafplatz der Katzen. Schon am Ankunftstag fand Carmen im Bett in ihrem Zimmer eine zusammengerollte Katze vor. Sie registrierte es frei von Angst sowie Sorge und musste auch in der ersten Nacht nur ein paar Mal Niesen. Beruhigt und guter Laune verzichtete Carmen dementsprechend am nächsten Morgen auf ihre angedachte Bitte, die Liegeplätze im Garten einzurichten. Stunden verbrachte sie an diesem Tag zwischen Staub und Katzenhaaren. Am Abend bekam Carmen dann allerdings eine heftige Lektion.

 

Sofort, nachdem sie sich hingelegt hatte, fing Carmen dieses Mal an zu husten. Mit jedem Husten wurde dieser lauter und schüttelnder. Um niemanden im Haus zu stören, versuchte Carmen den Husten im Deckbett zu verbergen. Plötzlich bekam sie jedoch fast gar keine Luft mehr und fing beim Atmen an zu pfeifen. Carmen konnte nun weder schreien noch sprechen und war wie gelähmt. Mit wachsendem Entsetzen wurde sich Carmen in diesen Momenten bewusst, dass sie in einem fremden Land war, die Sprache des Landes nicht sprach und hier noch weniger Lust auf eine ärztliche Behandlung hatte - als in ihrem Heimatland. Carmen hatte nichts gegen Ärzte, war jedoch auf einer eigenen Forschungsreise durch ihr Leben, die sie durch nichts beeinflussen lassen wollte, was sie nicht auch selbst gewählt hatte.

 

Carmen blieb nur die Akzeptanz der Situation und ihr strömten überraschend Gedanken durch den eigenen Kopf, dass es ihr gleichgültig sei, ob sie nun hier oder in ihrer Heimat sterben würde. Unmittelbar nach dieser seltsamen Gedankenflut, konnte Carmen sofort wieder tiefer Atmen, und zwar ganz ohne Husten und Pfeifen. Dann sah sie Bilder in sich selbst, welche Carmen in erstaunlicher Weise erklärten, wie die Allergie in ihr Leben kam.

Carmen sah ihren einstigen Ehemann Hinz in seiner scheinbaren Unfähigkeit zärtlich zu sein. Ein Mangel, den er offensichtlich jedoch nur in menschlichen Beziehungen zeigte, denn während er in Carmens Erinnerung ihr eines Tage kühl erklärte, dass das eben so und nicht änderbar wäre, kraulte er genau Carmen gegenüber stehend seine Katze, die wohlig unter seiner Hand schnurrte. Die Katze war Hinz ein und alles und durfte auch inklusive ihres Katzenklos und Futternapfes mit in dem 10 qm großen Schlafzimmer nächtigen. Und weil Hinz und Carmen zu ebener Erde wohnten, konnte man aus „Sicherheitsgründen“ des Nachts auch kein Fenster öffnen.

 

 

 

An all dies erinnerte sich Carmen nun, während sie auf ihrem Bett im Seminarhaus lag und sich die Erinnerung wie ein Film in ihr selbst abspielte. Diese Situation hatte Carmen damals nicht länger ertragen und sich nach fünf Jahren Ehe scheiden lassen. Seltsamerweise hatte sich dann 8 Wochen nach ihrem Auszug aus der gemeinsamen Wohnung, die Katzenallergie bei Carmen als Dauergast eingestellt. Näherte sich Carmen eine Katze, reagierte Carmens Körper fortan allergisch, bzw. mit Widerstand und Abwehr auf die schmerzhafte Erinnerung, in der eine Katze Bestandteil des Bildes war. Auch, wenn Carmen das Geschehen sich selbst nicht erklären konnte, so hatte sie sich in den folgenden Jahren mit der Allergie abgefunden.

 

In dieser Nacht jedoch empfand Carmen, die einstige Situation mit Abstand betrachtend * Mitgefühl. Mitgefühl für Hinz und dessen Unfähigkeit, ihr gegenüber genauso liebe- und rücksichtsvoll zu sein, wie im Umgang mit seiner Katze. Das Erkennen der Ursache für den Ausbruch der Allergie und Carmens Mitgefühl für Hinz, erzeugten in Folge ein Wunder in ihrem Leben. Seit dieser einen Nacht, hat nie wieder eine Katze in Carmens Leben ein Problem gebracht, da das Erkennen der Ursache die Heilung beinhaltete.

 

 

 
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Published by Luxus Lazarz - in Dichter*Werkstatt
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